water-forum.com - water-forum.org - water-forum.de

Wasser-Informationsportal

 

 

Wasser, der globale Bedarfsfaktor

 

Die Wasserversorgung der Menschheit

Dipl.-Wirtschaftsgeograph Pascal Ehrhardt

pascal-ehrhardt@arcor.de

 

 

Das Vorhandensein von Wasser ist Grundvoraussetzung für die meisten biologischen Prozesse auf der Erde. Wasser ist an der Bildung von Böden beteiligt und beeinflusst die Formung von Landschaften. Für den Menschen ist Süßwasser zugleich wichtigstes Mittel zum Leben und Grundlage für die Erzeugung aller Grundnahrungsmittel. Die weltweite Verknappung der Süßwasserressourcen geht mit Schäden des Ökosystems einher, begrenzt die Nahrungsmittelproduktion, führt zur Gefährdung der menschlichen Gesundheit und wird zunehmend Gegenstand regionaler Konflikte. Die Verschmutzung von Grundwasser, Fließgewässern und Weltmeeren übt zusätzlichen Druck auf die Wasserressourcen aus.

 

Die im Auftrag der UN durchgeführte und Anfang 1997 vorgelegte „Umfassende Bewertung der Globalen Süßwasserreserven“ kommt zum Ergebnis, dass in vielen Industrie- und Entwicklungsländern vorherrschende Formen der Wassernutzung zur unweigerlichen Verschärfung der Wasserverknappung führen werden.

 

Die Wasserverfügbarkeit ist dadurch gekennzeichnet, dass 97,5 % der globalen Gesamtwassermenge Salzwasser zuzuschreiben sind. Von den für Süßwasser verbleibenden  2,5 % sind 70 % in den Polarkappen eingefroren, von den restlichen 30 % ist der Großteil als Bodenfeuchte oder Tiefenwasser für den Menschen unzugänglich. Nur 0,007 % allen Wassers auf der Erde befindet sich in Flüssen, Seen, Sümpfen und Grundwasserreservoirs, die eine Nutzung durch den Menschen erlauben. Von den geschätzten 12 500 km³ Wasser, die der Menschheit zur direkten Nutzung jährlich zur Verfügung stehen, verbraucht sie bereits heute nahezu die Hälfte. Angesichts der weiter wachsenden Bevölkerung von heute 5,8 Mrd. auf geschätzte 8 Mrd. im Jahre 2025 und der gleichzeitigen Zunahme des Bedarfs an Wasser für die Produktion von Nahrungsmitteln und Agrarerzeugnissen sowie der individuellen Ansprüche wird sich diese Situation weiter verschärfen.

 

Australische Wüste: Wasser wertvoller als Gold oder Öl

Spiegel Special Meer und mehr 11/98

 

 


 

 

Entwicklung der Weltbevölkerung 1997-2025

 

 

            1997                           2025    (Angaben in Mio.)

 

 

                Quelle der Daten: UN-Bevölkerungsfonds 1997

 

Ausmaß und Auswirkungen des zunehmenden menschlichen Einflusses auf Wasserkreislauf und Wasserreserven sind regional sehr unterschiedlich verteilt. Das jährliche erneuerbare Wasserangebot eines Landes setzt sich aus dem Oberflächenzufluss aus anderen Ländern und dem über Niederschlag gebildeten Grundwasser zusammen. Aufgrund der klimatischen Unterschiede variiert dieser Wert von Land zu Land. Von Wasserknappheit kann gesprochen werden, wenn das pro Kopf und Jahr verfügbare erneuerbare Wasserangebot unter 1000 m³ liegt. Es hat sich gezeigt, dass unterhalb dieser Schwelle sowohl die menschliche Gesundheit als auch die ökonomische Entwicklung ernsthaft gefährdet sind. Nach dieser  Definition sind heute 20 Länder und 132 Millionen Menschen (vor allem in Nordafrika und im Nahen Osten) von Wasserknappheit betroffen.

 

Die Übernutzung der Wasserressourcen zeigt sich in immer mehr Regionen der Erde durch sinkende Grundwasserspiegel:

-    In Israel wurde das Grundwasser an der Küste so stark abgepumpt, dass Meerwasser nachfliest und die Süßwasserreserven versalzen.

-    In Peking wurde das Wasser in den fünfziger Jahren aus einer Tiefe von 5 m gepumpt, heute kommt es aus 50 m Tiefe.

-    m Nordwesten Indiens ist bei 90 % der untersuchten Brunnen der Grundwasserspiegel um mehr als 9 m abgesunken.

-    Im Süden des kalifornischen Central Valley senken sich die Böden aufgrund der fallenden Grundwasserpegel um bis zu 8 m ab.

-    In Mexiko-Stadt senkte sich der Boden in den achtziger Jahren durch Übernutzung des Grundwassers jährlich um bis zu 30 cm.

-    Auf der arabischen Halbinsel wird heute dreimal mehr Grundwasser genutzt als sich nachbildet, u. a. um jährlich 2-4 Mio. t Weizen zu produzieren. Bei Fortschreibung dieses Trends wären die Reserven in den nächsten 50 Jahren aufgebraucht.

 

Nationale Statistiken täuschen oft über eine regional und lokal auftretende Knappheit hinweg. So gibt es auch in dem insgesamt wasserreichen Deutschland (2096 m³ erneuerbares Wasserangebot pro Kopf und Jahr) Regionen mit Wassermangel. Z.B. kommt es in Frankfurt seit einigen Jahren im Sommer zu Versorgungsengpässen.

 

Die Übernutzung der Süßwasserressourcen ist ebenso mit der Beeinträchtigung oder gar Zerstörung wichtiger Ökosysteme verbunden. Dazu zählt u. a. die Austrocknung von Sümpfen, die Schrumpfung von Seen - z.B. des Aralsees in Kasachstan oder des Mono Lake in Kalifornien - und die Degradation von Flussdeltas durch reduzierten oder gestoppten Süßwassertransport (z.B. der Colorado im Südwesten der USA).

 

Die Nutzung der Wasservorkommen durch den Menschen hat in diesem Jahrhundert dramatisch zugenommen. Zwischen 1900 und 1995 hat sich die globale Wasserentnahme mehr als versechsfacht und ist damit mehr als doppelt so schnell gewachsen wie die Weltbevölkerung. Dieses schnelle Wachstum ist auf die Zunahme von Bewässerungslandwirtschaft sowie industrieller und privater Nutzung zurückzuführen.

 

Um die Nahrungsmittelversorgung der rasch wachsenden Weltbevölkerung sicherzustellen, wurde der Anteil der ertragreicheren Bewässerungslandwirtschaft seit Beginn des letzten Jahrhunderts enorm ausgeweitet. Die bewässerte Fläche wuchs von 8 Mio. ha (1800) auf     235 Mio. ha (1989) an, was einem Anteil von 16 % an der insgesamt verfügbaren Ackerfläche entspricht. Auf dieser Fläche werden heute 40 % der Nahrungsmittelproduktion erzeugt. Parallel zu diesem Trend stieg die Wasserentnahme durch die Landwirtschaft an, sie lag 1990 fünfmal höher als 1900 und ist heute für fast zwei Drittel der Wasserentnahmen durch menschliche Aktivitäten verantwortlich. Die Aufrechterhaltung oder gar eine Ausdehnung dieses Niveaus wird in vielen Regionen eine weitere Abnahme der Grundwasserreserven zur Folge haben. 

 

Der zunehmende Wasserbedarf der Ballungszentren tritt in Konkurrenz zur landwirtschaftlichen Wassernutzung. Die wachsende Stadtbevölkerung, das Verbrauchsverhalten der reichen Bevölkerungsschichten sowie die Ansiedlung wasserintensiver Produktionsprozesse treiben den Wasserbedarf der Ballungszentren in die Höhe. Wegen

 

Übernutzung oder Verschmutzung lokaler Wasserreserven sind die Ballungszentren in zunehmenden Maße vom Ferntransport aus ländlichen Räumen angewiesen (u. a. Los Angeles und Frankfurt).

 

Empirische Beobachtungen zeigen, dass Wasserknappheit in einem Land etwa dann beginnt, wenn die Entnahme aus dem erneuerbaren Wasserkreislauf (Niederschläge und Flüsse) 10 % übersteigt. Bei Werten von 10 bis 20 % spricht man von einer mittleren und bei über 40 % von einer hohen Wasserknappheit. Etwa 460 Mio. Menschen (mehr als 8 % der Bevölkerung) leben in Ländern mit hoher, weitere 25 % der Weltbevölkerung in Ländern mit mittelhoher Wasserknappheit. Dieses Drittel der Menschheit lebt zudem auch in Ländern mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen.

 

Anteil der Wasserentnahme an der Wasserverfügbarkeit 1995      

(in Prozent)

 

Quelle der Daten: UNCSD 1997, Weltbank

 

 

Europa und Deutschland, keine Probleme mit der Wasserversorgung?

 

Die Wasserversorgung Deutschlands im Überblick

 

Die Wasserentnahme aus Fließgewässern, Seen und Grundwässern hat sich in den alten Bundesländern zwischen 1960 und  1980 verdoppelt und stagniert seitdem auf hohem Niveau. Die zuletzt für 1991 erstellte Wasserbilanz ergab eine gesamtdeutsche Wasserentnahme von 47,9 Mrd. m³. 60,1 % dieses Aufkommens werden in der Elektrizitätswirtschaft zur  Kraftwerkskühlung verwendet, 23 % entfallen auf Bergbau und produzierendes Gewerbe,  13,6 % auf die öffentliche Versorgung, 3,3 % auf die Landwirtschaft. Besonders problematisch ist die Grundwasserförderung durch Industrie- und Bergbau (etwa ein Drittel des gesamten geförderten Grund- und Quellwassers), die fast zur Hälfte auf den Braunkohletagebau entfällt. Das Abpumpen riesiger Wassermassen zieht schwerwiegende Schäden an den lokalen Ökosystemen nach sich. 

 

Aufgrund der immer noch unzureichenden Qualität der Oberflächengewässer werden heute etwa 70 % des Trinkwassers aus Grundwasservorräten entnommen. Einerseits entstehen durch den erheblich angestiegenen Bedarf an Trinkwasser in Deutschland zur Übernutzung des Grundwassers (z.B. im hessischen Ried, dem wichtigsten Ursprungsgebiet der Frankfurter Trinkwasserversorgung), andererseits kommt es zur deutlichen Verschlechterung der Grundwasserqualität. (Mitteilung des Bundesministeriums für Umwelt am „Tag des Wassers“ am 22.3.1997). Im Rhein schwimmen wieder Fische[1], aber unser Trinkwasser kommt dennoch nicht aus den Flüssen, sondern zu 70 % aus fast unwiederbringlichem Grundwasser. Stirbt nach dem Wald langsam und schleichend unser Wasser? Dann der Mensch?

 

[1] Die Belastung der deutschen Fließgewässer mit sauerstoffzehrenden, leicht abbaubaren organischen Verbindungen, mit Schwermetallen und einigen Industriechemikalien ist in den letzten Jahren rückläufig, z. T. sogar sehr deutlich. Auch bei den Nährstoffen Phosphat und Ammonium wurden durch den Bau von Kläranlagen und den Einsatz phosphatfreier  Waschmittel deutliche Minderungen erreicht. Weiterhin hoch sind jedoch die Belastungen mit Pflanzenschutzmitteln und Nitrat, das durch Stickstoffgaben in der Landwirtschaft eingetragen wird.

 

                                                       Frankfurter Allgemeine

Die Belastung des deutschen Wassers

 

Vor allem jahrzehntelange, schleichende Belastungen durch Nitrate, Pflanzenschutzmittel und Luftschadstoffe machen es den Wasserversorgern immer schwerer, die geforderte Trinkwasserqualität einzuhalten. So weist nach einem Bericht der Länderarbeitsgemeinschaft (LAWA) bereits ein Viertel aller Grundwasservorräte deutlich bis stark erhöhte Nitratgehalte auf, sind nicht selten die Pestizid-Werte deutlich über dem zulässigen Grenzwerten angesiedelt. Tatsächlich wurden bundesweit zwischen 1990 und 1994 in 9,5 - 12 % aller Grundwasseranalysen Pflanzenschutzmittel gefunden. In 2,8 -     4,7 % aller Fälle wurde der Trinkwassergrenzwert von 0,1 µg/l für Einzelsubstanzen überschritten. In Bayern wurden an 58 % der Messstellen Pflanzenschutzmittel gefunden, an 22 % der Messstellen wurde der Trinkwassergrenzwert überschritten (Nordrhein-Westfalen 1993: 47 % und 33 %). Das seit 1991 verbotene, hochgiftige Atrazin wurde auch 1993 noch praktisch unverändert häufig gefunden (Grenzwertüberschreitung an ca. 5 % aller Messstellen).

(Vergleiche hierzu die Karte: Kein Trinkwasserproblem in Deutschland?)

 

Insgesamt ist die Situation in Deutschland trotz erheblicher Engpasssituationen in der Trinkwasserversorgung und Wasserversorgung im allgemeinen bei einer gesamten jährlichen Wasserentnahme von 47,9[2] Mrd. m³ als relativ unproblematisch im europäischen Vergleich zu bezeichnen. Die Deutschen liegen demnach auf vorletzter Stelle bei der Wasserentnahme und befinden sich im Mittelfeld der Wasserqualität.

 

² Von diesen 47,9 Mrd. m³ werden 60,1 % dieses Aufkommens in der Elektrizitätswirtschaft zur Kraftwerkskühlung verwendet, 23 % entfallen auf den Bergbau und das produzierende Gewerbe, 13,6% dienen der öffentlichen Versorgung und 3,3 % fallen auf die Landwirtschaft (Angaben für 1991).

 

Der Wasserverbrauch 1996

In Liter je Einwohner und Tag, jeweils letzter verfügbare Stand

 

Quelle der Daten: IWSA, 1997

 

 

 

Das Büro für Technikfolgen- Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) sieht nach einer umfassenden Analyse eine erhebliche Verschlechterung der Grundwasserqualität, wenngleich kaum quantitative Engpässe bei der Trinkwasserversorgung zu befürchten sind. Verunreinigungen durch Nitrat, Pflanzenschutzmittel, Mineralölprodukte und organische Halogenverbindungen werden dabei größtenteils von Landwirtschaft, Industrie und Verkehr verursacht.

 

Die Prognose: Wasser wird immer knapper

 

Für fast die Hälfte der Weltbevölkerung wird bis zum Jahr 2050 das Wasser knapp. Diese Prognose wagen die Autoren der Studie „Mensch, Wasser“, die die deutsche Stiftung Weltbevölkerung 1995 präsentierte. In 43 Ländern, warnen die Forscher, sind wirtschaftliche Entwicklung und die Absicherung der Grundversorgung der Bevölkerung bedroht. Dort stehen künftig jedem Einwohner jährlich weniger als 1 000 Kubikmeter erneuerbaren Frischwassers (Trinkwasser) zur Verfügung. In weiteren 18 Staaten, darunter Indien und China, werden Menschen auf höchstens 1 700 Kubikmeter pro Kopf zurückgreifen können bei einem Drittel weniger als die Wasserreserven Deutschlands. Während die Lage in Asien und Afrika sich zuspitzt, sind die Europäer wegen niedriger Geburtenraten in Zukunft mit noch mehr Wasser gesegnet.

 

 

Wasser wird immer knapper

Die Länder des Überflusses und die des Mangels

 

Quelle der Daten:            Deutsche Stiftung Weltbevölkerung 1995

                                     WHO, Unicef 1997

 

Der Länderüberblick der Problemherde

 

Zur Erfassung der aktuellen Lage mit Augenmerk auf die zu erwartenden deutliche Verschärfung der Situation in den nächsten Jahrzehnten kann die Zugänglichkeit der Süßwasserreserven für die Bevölkerung des jeweiligen Landes als Kenn- und Vergleichsgröße genutzt werden.

 

In den folgenden Graphiken wurden die aktuell zu beziehenden Daten der Unicef und der WHO von 1998 zugrunde gelegt. Die Sichtung der Daten und deren graphischen Darstellung führt zur Identifizierung folgender Problemgruppen:

 

Gruppe 1:

Die 45 aufgeführten Länder Afrikas können 5 Länder vorweisen wie Südafrika, Mauritius, Tunesien, Lybien und Botswana, in denen mindestens 80 % der Bevölkerung einen freien Zugang zu Trinkwasser haben. 28,9 % der Länder bringen es auf mindestens 60 % bzw. 53,3 % der Länder schaffen es die 50 %-Hürde zu überschreiten.

 

In Zahlen ausgedrückt ist für die gesamtafrikanische Bevölkerungsmasse von ca. 720 Mio. Einwohnern für immerhin 256 Mio. Menschen eine 50 %- ige Trinkwasserversorgung nicht gewährleistet!

 

 

Gruppe 2:

Im Mittleren Osten, Asien und dem Pazifik überschreiten 36,7 % der Länder die  80 %- Marge, 76,7 % die 60 %- Marge und gar 90 % die 50 %- Marge. Herauszuheben bleibt der Fall von Afghanistan mit einer Trinkwasserzugänglichkeit für nur 12 % der Gesamtbevölkerung.

 

 

Gruppe 3:

Die Länder Lateinamerikas und der Karibik schneiden innerhalb der „Nicht-Industrie-Staaten“ am besten ab, mit 40 % der Länder, die die 80 %- Marge überschreiten, 85 %, die die 60 %- Marge überschreiten und nur ein Land, so Haiti, das eine 50 %- ige Süßwasserzugänglichkeit der Bevölkerung nicht gewährleisten kann.

 

Die Problemstaaten in Sachen Wasserversorgung

                   (Verfügbare Daten, ohne Berücksichtigung der Mikrostaaten)

 

 

% of population

 

access to

 

safe water

 

1990-97

 

total

Afghanistan

12

Angola

32

Benin

50

Cambodia

36

Cameroon

50

Central African Rep.

38

Chad

24

Congo

34

Ethiopia

25

Gambia

48

Haiti

28

Liberia

46

Madagascar

29

Malawi

37

Mali

45

Papua New Guinea

28

Paraguay

42

Sierra Leone

34

Somalia

31

Tanziana

38

Uganda

38

Viet Nam

43

Zaire

42

Zambia

27

Quelle der Daten: Unicef, WHO 1998

 

Auffällig ist der Einklang zwischen Armut und Engpässen in der Trinkwasserversorgung der Bevölkerung. Prinzipiell ist bei Unterschreitung der 50 %- Marge auf eine dringliche Problemlösung hinzuarbeiten, da sonst viele Millionen Menschenleben in Gefahr sind, die wirtschaftliche Entwicklung der betroffenen Staaten behindert würde und der Kreislauf der Armut, der Unterversorgung mit Trinkwasser sowie der Unterernährung weiter beschleunigt würde.

In diesen 24 Staaten mit Zugehörigkeit zur Gruppe der Entwicklungs- bzw. der Schwellenländer kann daher zahlenmäßig die Versorgung von insgesamt über 377 Mio. Menschen mit einem Mindestmaß von einer Süßwasserzugänglichkeit von mindestens  50 % nicht garantiert werden. Es sind daher dringend technische, ökonomische und politische Maßnahmen gefordert, sollte ein Massensterben zum Beginn des nächsten Jahrtausends verhindert werden. Im Sinne einer besseren Verwaltung und eines intensivierten Schutzes der vorhandenen Reserven muss es daher Aufgabe der Technik werden, Möglichkeiten zum sparsameren und gesicherten Umgang mit den noch vorhandenen Wasserreserven zu schaffen. Angesichts einer zu erwartenden klimatisch ungünstigeren Ausgangslage für die Menschheit bleibt es unwahrscheinlich, dass die Exploitation neuer Wasservorkommen im großen Maßen möglich sein wird.

 

Graphiken zur Süßwasserzugänglichkeit

(in % der Gesamtbevölkerung)

 

 

   % of population  with access to safe water

 

   % of population without access to safe water 1990-96

                                                                    

Quelle der Daten: Unicef, WHO 1998

 

Access to safe water / Africa

 

 

Access to safe water / Middle East, Asia and Pacific

 

 

Access to safe water / Latin America and Caribbean